Have any questions?
+44 1234 567 890
Klinikum Lippstadt erweitert Herzdiagnostik um neues Spezialverfahren
Die Kardiologische Abteilung des Klinikums Lippstadt bietet ab sofort eine neue Untersuchungsmethode an, mit der Durchblutungsstörungen der kleinsten Herzgefäße erkannt werden können. Damit erhalten Patienten mit anhaltenden Brustschmerzen häufiger eine eindeutige Diagnose und können gezielt behandelt werden.
Unter der Leitung der Chefärzte Dr. med. Elmar Offers und Dr. med. Marc Schlößer wurde die sogenannte Mikrozirkulationsdiagnostik im Herzkatheterlabor eingeführt. Dieses Spezialverfahren wird bislang nur an wenigen kardiologischen Zentren in Deutschland angeboten.
„Mit der neuen Untersuchung schließen wir eine wichtige diagnostische Lücke“, erklärt Dr. med. Dimitrios Siamkouris, Leitender Oberarzt der Kardiologie und Leiter des Herzkatheterlabors. „Bei einer herkömmlichen Herzkatheteruntersuchung lassen sich die großen Herzkranzgefäße gut darstellen. Sind sie verengt, können sie beispielsweise mit einem Stent behandelt werden. Viele Patientinnen und Patienten leiden jedoch unter Beschwerden, obwohl diese Gefäße unauffällig sind.“
Die Ursache kann in den kleinsten Blutgefäßen des Herzens liegen. Dieses feine Gefäßnetz versorgt den Herzmuskel mit Sauerstoff und reguliert seine Durchblutung. Funktionieren diese kleinen Gefäße nicht richtig, kann es trotz unauffälliger großer Herzkranzgefäße zu einer verminderten Durchblutung und damit zu typischen Brustschmerzen kommen. Mit der neuen Untersuchungsmethode können diese Störungen erstmals gezielt erkannt werden.
Dazu werden während der Herzkatheteruntersuchung unter Zuhilfenahme eines Druckdrahts mit einer speziellen Messtechnik die Durchblutung und der Widerstand in den kleinen Herzgefäßen gemessen. So lässt sich feststellen, ob eine Funktionsstörung der Mikrozirkulation vorliegt.
„Der große Vorteil besteht darin, dass wir bei bislang ungeklärten Brustschmerzen endlich eine verlässliche Diagnose stellen können“, sagt Dr. Siamkouris. „Auf dieser Grundlage können wir eine individuell abgestimmte medikamentöse Behandlung einleiten und die Therapie gezielt anpassen. Die erhobenen Messparameter besitzen auch eine prognostische Bedeutung und liefern wertvolle Informationen für die langfristige Risikoeinschätzung unserer Patienten.“
„Nach intensiver Vorbereitung konnten wir das neue Verfahren erfolgreich in unserem Herzkatheterlabor etablieren. Es kommt inzwischen regelmäßig bei Patienten zum Einsatz, für die diese Untersuchung sinnvoll ist“, betonen die Chefärzte Dr. med. Elmar Offers und Dr. med. Marc Schlößer.
Mit der Einführung der koronaren Mikrozirkulationsdiagnostik erweitert die Kardiologische Abteilung ihre diagnostischen Möglichkeiten in der interventionellen Kardiologie und festigt die Position des Klinikums Lippstadt als innovatives Zentrum der Herzmedizin in der Region. Die kontinuierliche Weiterentwicklung des Herzkatheterlabors unterstreicht den Anspruch der Abteilung, moderne diagnostische und therapeutische Verfahren frühzeitig in die Patientenversorgung zu integrieren.
BU: Blick auf die kleinsten Gefäße des Herzens: Dank der Mikrozirkulationsdiagnostik können Dr. med. Elmar Offers (vorne), Chefarzt der Kardiologie, Dr. med. Marc Schlößer (hinten links), Chefarzt der Kardiologie, und der Leitende Oberarzt Dr. med. Dimitrios Siamkouris im Herzkatheterlabor des Klinikums Lippstadt Durchblutungsstörungen der kleinsten Herzgefäße gezielt erkennen.