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Was ist ein Bauchaortenaneurysma (BAA)?
Die Aorta ist die größte Schlagader im menschlichen Körper. Sie transportiert das Blut vom Herzen in den restlichen Körper. Im Bauchbereich kann sich die Aortenwand krankhaft erweitern – man spricht dann von einem Bauchaortenaneurysma. Sobald der Durchmesser der Aorta größer als 3 Zentimeter ist, liegt ein Aneurysma vor. Diese Erweiterung kann gefährlich werden, da die Gefäßwand ausdünnt und im schlimmsten Fall reißen kann.
Wer ist besonders gefährdet?
Ein Bauchaortenaneurysma entsteht oft schleichend – und ohne frühe Warnzeichen. Es gibt jedoch bestimmte Risikofaktoren, die die Entstehung begünstigen:
- Alter: Häufig ab 60 Jahren
- Geschlecht: Männer sind deutlich häufiger betroffen
- Rauchen: Der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor
- Bluthochdruck: Erhöht den Druck auf die Gefäßwand
- Familiäre Veranlagung: Aneurysmen können in der Familie gehäuft auftreten
Welche Beschwerden können auftreten?
In vielen Fällen verursacht ein Bauchaortenaneurysma keine Symptome und wird zufällig entdeckt – etwa bei einer Ultraschalluntersuchung. Wenn Beschwerden auftreten, kann das auf ein großes oder sogar bedrohlich reißendes Aneurysma hinweisen. Typische Anzeichen sind:
- Anhaltende Bauch- oder Rückenschmerzen
- Druckgefühl im Bauch
- Schmerzen, die in die Beine oder ins Gesäß ausstrahlen
- In seltenen Fällen: Durchblutungsprobleme in den Beinen
Wie wird ein Aneurysma festgestellt?
Die Diagnose erfolgt mithilfe bildgebender Verfahren. Besonders geeignet sind:
- Ultraschall (Sonographie): Einfach, schnell, schmerzlos
- Computertomographie (CT): Detaillierte Darstellung, z. B. vor einer Operation
Für Männer ab 65 Jahren, insbesondere wenn sie rauchen oder geraucht haben, wird ein Screening per Ultraschall empfohlen – oft kann so ein Aneurysma frühzeitig erkannt werden.
Wann muss behandelt werden?
Nicht jedes Aneurysma muss sofort operiert werden. Entscheidend sind:
- Die Größe des Aneurysmas
- Das Wachstum über die Zeit
- Ob Beschwerden vorliegen
Behandlungsgrenzen:
- Aneurysmen unter 5 cm: In der Regel regelmäßige Kontrolle (alle 6–12 Monate)
- b 5–5,5 cm oder bei Symptomen: Operativer Eingriff empfohlen
Welche Behandlungen gibt es?
Es gibt zwei Hauptverfahren:
1. Offene Operation
- Die Aorta wird chirurgisch ersetzt
- Längere Erholungszeit, aber langlebige Lösung
2. Endovaskuläre Reparatur (EVAR)
- Minimalinvasiv über die Leiste
- Ein Stent wird in die Aorta eingesetzt
- Schnellere Erholung, aber lebenslange Nachsorge notwendig
Die Wahl des Verfahrens hängt dabei vom Gesundheitszustand und der Anatomie der Aorta ab.
Nach der Operation: Was ist wichtig?
Nach einer Operation – vor allem nach einer Stent-Implantation – sind regelmäßige Nachkontrollen wichtig. Dabei prüfen wir, ob der Stent noch richtig liegt und ob sich neue Aneurysmen gebildet haben.
Was kann ich selbst tun, um vorzubeugen?
Ein gesunder Lebensstil ist die beste Vorsorge:
- Rauchstopp: Der wichtigste Schritt
- Blutdruck gut einstellen
- Cholesterin senken (ggf. mit Medikamenten wie Statinen)
- Regelmäßige Bewegung und gesunde Ernährung
Fazit
Ein Bauchaortenaneurysma ist oft lange unbemerkt – kann aber lebensgefährlich werden, wenn es reißt. Früherkennung durch Ultraschall ist einfach und kann Leben retten. Bei entsprechender Größe oder Beschwerden gibt es heute sichere und effektive Behandlungsmöglichkeiten – sowohl operativ als auch minimalinvasiv.